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Umfassender Leitfaden zur Druckvorstufe: Workflow, Phasen und Prozesse erklärt

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Im Jahr 2021, als COVID-19 uns in unsere kleinen Wohnungen einsperrte, wollten viele Menschen zumindest ein kleines Stück Kontrolle über ihr Leben zurückgewinnen. Und ein wachsender Markt versprach genau das: Print on Demand. Plötzlich empfahl jeder Tech-Bro, ein POD-Business zu starten – schließlich sei es profitabel, einfach und erfordere keinerlei Investitionen. Während der erste Teil vielleicht stimmen mag, war der zweite meistens nur eine clevere Methode, um einen Kurs zu verkaufen.

Die Sache ist die: Drucken macht Spaß – bis man anfängt, sich näher damit zu beschäftigen. Warum? Ein großartiges Design garantiert noch lange keinen großartigen Druck. Und das betrifft nicht nur die POD-Branche, sondern alles, was am Ende als physisches Produkt gedruckt wird. Also lehn dich zurück und schauen wir uns gemeinsam alle Aspekte des Prepress-Drucks an.

Was ist Prepress im Druck? Definition und Zweck

Prepress bezeichnet die Reihe von Arbeitsschritten, die ein Layout nach der Freigabe und Gestaltung durchläuft, bevor der erste endgültige Druck erfolgt. Während dieses Prozesses wird dein Design durch verschiedene Freigaben und technische Prüfungen geführt, um sicherzustellen, dass kein Geld verschwendet wird.

Dieser Schritt gehört zu den wichtigsten im gesamten Druckprozess. Denn hier nutzt man die „Magie“ moderner Technologie, um digitale Daten in ein physisches Produkt zu verwandeln – und das ist schwieriger, als man vielleicht denkt. Beim digitalen Design arbeitest du mit Pixeln auf einer praktisch unendlichen Arbeitsfläche, in die du beliebig hinein- und herauszoomen kannst, ohne dass sich die Auflösung verändert. In der realen Welt existieren diese Möglichkeiten jedoch nicht (zum Guten oder zum Schlechten). Deshalb musst du sicherstellen, dass alles genau so aussieht, wie es soll, bevor das Design an den Kunden oder in die Massenproduktion geht.

Hinzu kommt: Jeder Drucker ist anders. Und abhängig von Druckmaschine und Druckverfahren können Farben unterschiedlich wirken. Möchtest du, dass deine Farben lediglich „nah dran“ sind, wie bei Prozessfarben? Oder sollen sie mit Sonderfarben exakt getroffen werden? Auch das Druckverfahren selbst spielt eine Rolle – derselbe Entwurf kann auf verschiedenen Maschinen unterschiedlich aussehen.

Genau hier liegt der zentrale Zweck von Prepress: sicherzustellen, dass dein Design so gedruckt wird, wie du es vorgesehen hast – und nicht so, wie die Druckmaschine es zufällig interpretiert.

Ein Beispiel für einen Druckfehler

Prepress-Workflow

Wie die meisten Produktionsprozesse folgt auch die Prepress-Produktion einer Reihe von Schritten – entstanden aus tausenden misslungenen Drucken. Wir werden diese Schritte als eine Art Checkliste für Verpackungs- und Mediendesigner durchgehen, damit deine Designs jedes Mal perfekt vorbereitet sind. Der typische Workflow sieht ungefähr so aus:

  • Dateivorbereitung
  • Preflighting
  • RIP-Verarbeitung
  • Proofing
  • Plattenherstellung (darauf kommen wir später noch zurück, denn dieser Schritt hat seine eigenen Besonderheiten)

Also schnapp dir eine Tasse Tee und tauchen wir gemeinsam in diese spannenden Schritte des digitalen Prepress-Workflows ein – und schauen uns an, wer jeweils dafür verantwortlich ist.

Dateivorbereitung

Die Dateivorbereitung ist ohne Zweifel der wichtigste Schritt, den Designer erledigen müssen, bevor ein Design in den Druck geht. Natürlich übernimmt auch die Druckerei einen Teil der Prepress-Arbeit. Doch selbst die beste Druckerei kann mit einer schlecht vorbereiteten Datei nur begrenzt etwas anfangen. Manchmal muss sie sogar zurückgeschickt werden, damit sie überarbeitet wird. Deshalb solltest du als Designer jedes Detail überprüfen, um sicherzustellen, dass dein Design wirklich druckfertig ist.

Die Aufgaben in dieser Phase lassen sich in drei Hauptbereiche unterteilen: Farbe, Layout und Export. Sie sollten in Designsoftware erledigt werden, die Druckworkflows unterstützt, etwa Adobe Illustrator, Photoshop oder CorelDRAW.

Die Dateivorbereitung muss in einer Design-Software erfolgen, die Druck-Workflows unterstützt.

Farbe: Wie bereits erwähnt, „sehen“ Druckmaschinen Farben anders als Bildschirme. Deshalb musst du dies bereits bei der Druckvorbereitung berücksichtigen. Wähle zunächst den richtigen Farbraum – normalerweise CMYK oder Sonderfarben. Überprüfe anschließend, ob die verwendeten Pantone-Farben korrekt eingestellt sind, und kontrolliere außerdem die Überdrucken-Einstellungen.

Layout: In diesem Schritt stellst du sicher, dass dein Dokument beim Druck nicht abgeschnitten wird, lesbar bleibt und eine hohe Qualität aufweist. Dazu gehört, die richtige Dokumentgröße festzulegen und gegebenenfalls anzupassen, Sicherheitsränder zu definieren und darauf zu achten, dass wichtige Inhalte innerhalb dieser Bereiche bleiben. Zusätzlich solltest du einen Anschnitt (Bleed) von normalerweise etwa 3–5 mm rund um das Dokument hinzufügen. Danach prüfst du, ob alle Bildverknüpfungen noch funktionieren und ob die Bildauflösung für das geplante Druckformat ausreichend ist.

Export: Bevor du die Datei exportierst, solltest du Schriften in Pfade umwandeln, damit sie überall korrekt dargestellt werden. Falls nötig, werden außerdem Transparenzen oder Schatten reduziert. Anschließend exportierst du die Datei im richtigen Format – meistens PDF, aber auch TIFF, EPS oder AI sind möglich. Beim Export sollten außerdem Schnittmarken (Crop Marks) hinzugefügt werden.

Diese Checkliste dient nur als allgemeine Orientierung. In der Praxis solltest du immer den Vorgaben der Druckerei folgen. Sie geben normalerweise genaue Spezifikationen für Auflösung, Dateiformat, Farbmodus, Anschnitt und viele weitere Details vor – und diese haben stets Vorrang.

Preflighting

Nachdem die Datei vorbereitet wurde, sendet der Designer oder das Designteam das Artwork an die Druckerei. Der erste Schritt dort ist ein Prozess namens Preflighting. Dabei werden potenzielle Druckprobleme frühzeitig erkannt und die technische Integrität der Datei überprüft. Kurz gesagt: Der Drucktechniker kontrolliert, ob sich das, was du geschickt hast, überhaupt sinnvoll drucken lässt. Schließlich macht es wenig Sinn, einen Probedruck zu erstellen, wenn das Design von Anfang an problematisch ist.

Preflighting kann entweder manuell oder mithilfe spezieller Software durchgeführt werden.
Typische Probleme, die dabei entdeckt werden, sind zum Beispiel:

  • Farbinkonsistenzen (RGB vs. CMYK)
  • Layoutfehler oder falsche Abstände und Anschnitte
  • fehlende oder nicht eingebettete Schriften
  • zu geringe Bildauflösung
  • falsche Seitengrößen
  • fehlende Bilder
  • falsche Überdrucken-Einstellungen
  • Transparenzprobleme

Einige Druckereien korrigieren kleinere Fehler direkt selbst – zum Beispiel wenn die Auflösung etwas zu niedrig ist oder die Datei im falschen Format vorliegt. In anderen Fällen wird die Datei zur Überarbeitung zurückgeschickt oder – auf Wunsch des Kunden – unverändert weiterverarbeitet. Und damit geht die Reise weiter…

RIP…

Ich würde an dieser Stelle gern einen Witz über „RIP“ machen, aber jeder hat wahrscheinlich schon seine eigenen Versionen davon. Wenn dir ein guter einfällt, erzähl ihn uns ruhig und markiere uns – der beste gewinnt unsere Zustimmung. RIP steht für „Raster Image Processor“. Dabei handelt es sich um eine Software, die dein Artwork in druckfertige Rasterdaten oder ein Bitmap umwandelt – also in ein Format, das eine Druckmaschine tatsächlich verstehen kann.

Wie wir bereits besprochen haben: Digital ist digital, und physisch ist physisch. Die Farben, die wir auf dem Bildschirm sehen, werden im Druck häufig durch das Übereinandersetzen winziger Farbpunkte erzeugt. Der RIP ist gewissermaßen der alte Fährmann im Boot, der diese digitalen Farben in unsere physische Welt hinüberbringt. Die Software zerlegt dein Bild in einzelne Farbkanäle, die jeweils einer Druckfarbe entsprechen – etwa CMYK-Farben oder Pantone-Sonderfarben. Wenn eine Druckmaschine eine bestimmte Pantone-Farbe nicht unterstützt, kann der RIP sie stattdessen in eine Kombination aus CMYK-Punkten umwandeln.

rip ist ein Rasterbildprozessor

Anschließend berechnet der RIP auch, wie diese Punkte miteinander interagieren: ob sie sich überdrucken, sich gegenseitig aussparen (Knockout) oder wie sie sich optisch miteinander vermischen. Das Ergebnis wird in eine Form gebracht, die die Druckmaschine lesen kann. Zum richtigen Zeitpunkt sendet der RIP diese Daten entweder an den Plattenbelichter (dazu kommen wir gleich) oder direkt an das Drucksystem.

Proofing

Nun kommen wir zu einem Schritt, den Designer nur allzu gut kennen: Proofing. Beim Print-Proofing erstellt die Druckerei eine Vorschau des Druckergebnisses und sendet sie zur Freigabe an den Kunden. Diese Vorschau berücksichtigt normalerweise alle Änderungen, die in den vorherigen Prepress-Schritten vorgenommen wurden. Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Proofs im Druck: hard Proof und soft Proof
Schauen wir uns an, wann welche Variante sinnvoll ist.

Hard proof

Ein Hard Proof ist eine physische Kopie – gewissermaßen der „Patient Zero“ deines Designs –, die erstellt wird, nachdem die Datei geprüft und durch den RIP verarbeitet wurde. Hard Proofs werden häufig verwendet, wenn der Druck besondere Details oder Veredelungen enthält, die erst nach dem eigentlichen Druckprozess entstehen, oder wenn komplexe Falzungen vorgesehen sind. Auch Farben spielen hier eine wichtige Rolle: Wenn dein Design empfindliche Farbtöne enthält oder während des Prepress-Prozesses Farbabweichungen aufgetreten sind, ist ein physischer Probedruck oft die sicherere Option.

Man kann es so sehen: Wenn dein Design nach dem Druck mehr erfordert als nur einen einfachen Schnitt, ist ein Hard Proof meist sinnvoll. Falzen, Schneiden oder Rillen können mit Design und Material auf unerwartete Weise interagieren.

Hard Proof ist der Patient Null für Ihre Produktion.

Hard Proofs bieten immer die realistischste Vorschau auf das endgültige Produkt. Allerdings sind sie zeitaufwendig und kostspieliger, da die Druckerei zunächst ein physisches Muster produzieren und verschicken muss, bevor die eigentliche Produktion beginnt.

Soft proof

Ein Soft Proof ist eine digitale Version deines Designs, die du als Datei prüfst und freigibst, bevor die Produktion startet. Du fragst dich vielleicht: Wird sich dieser Soft Proof überhaupt von der Datei unterscheiden, die ich ursprünglich geschickt habe? Die Antwort lautet: möglicherweise.

Bis du einen Soft Proof erhältst, hat deine Datei möglicherweise bereits mehrere Prepress-Schritte durchlaufen. Wenn das Design von Anfang an perfekt vorbereitet wurde – mit korrekten Farben, Layout-Einstellungen und Exportoptionen –, wird der Designer wahrscheinlich kaum Unterschiede sehen. Dennoch spiegelt der Soft Proof alle Änderungen wider, die während des Prepress-Prozesses vorgenommen wurden. Dazu gehören zum Beispiel: die Umwandlung von RGB zu CMYK, technische Korrekturen, inzugefügte Anschnitte und Schnittmarken.

Deshalb solltest du einen Soft Proof immer sorgfältig prüfen.

Wenn das Design relativ einfach ist und keine komplizierten Veredelungen oder problematischen Farben enthält, reicht ein Soft Proof in der Regel vollkommen aus.

The best designs…

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Plattenherstellung

Die Plattenherstellung ist ein zusätzlicher Schritt, der beim Offsetdruck verwendet wird. Um das zu verstehen, schauen wir uns kurz an, wie Offsetdruck funktioniert.

Beim Offsetdruck wird die Farbe zunächst auf Druckplatten übertragen, anschließend auf ein Gummituch und erst danach auf das Papier. Auch wenn dieser Prozess etwas umständlich wirkt, eignet er sich hervorragend für große Auflagen, weil er besonders konsistente Ergebnisse liefert.

Damit das möglich ist, muss die Druckerei zunächst Druckplatten herstellen. Eine Druckplatte ist eine sehr dünne – meist aus Aluminium bestehende – Platte, in die das Bild eingebrannt wird. Für einen klassischen CMYK-Druck werden vier Platten erstellt, jeweils eine für jede der Grundfarben. Wenn das Design zusätzlich Sonderfarben verwendet, werden dafür weitere Platten angefertigt. Diese Platten übertragen anschließend die Farbe auf einen Gummizylinder, der sie wiederum auf das Papier überträgt.

Der Offsetdruck erfolgt unter Verwendung von Druckplatten.

Warum ist dieser Schritt nicht immer notwendig? Ganz einfach: Die Herstellung von Druckplatten ist teuer und verlängert die Einrichtungszeit. Wenn keine großen Produktionsmengen benötigt werden, ist digitaler Druck oft die bessere und wirtschaftlichere Lösung. Deshalb entscheidet die Druckerei je nach Projekt, ob Offsetdruck mit Plattenherstellung eingesetzt wird oder nicht.

Abschließende Gedanken

Auch wenn es manchmal so wirkt, als würde eine Datei während des Prepress-Prozesses einmal durch Himmel und Hölle geschickt, sind all diese Prüfungen ein entscheidender Bestandteil der Druckvorbereitung. Viele Schritte, viele Kontrollen – aber ein Ergebnis, das den Aufwand wert ist.

Zum Glück musst du als Designer nicht jede Maschine in einer Druckerei im Detail verstehen. Deine wichtigste Aufgabe besteht darin, die Datei sorgfältig vorzubereiten, während des Prepress-Prozesses aufmerksam zu bleiben und darauf zu vertrauen, dass das Prepress-Team dich unterstützt.

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Nana

A girl who cannot imagine her life without coffee with orange juice & something new. Can spend the night reading articles on topics she has never even heard about the night before. Actually, that was how she started her path in design.
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